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7. Deutschland-Barometer Depression – Einsamkeit und Depression

Jede*r vierte Bundesbürger*in fühlt sich sehr einsam. Dieses Gefühl ist oft unabhängig von der Zahl der tatsächlichen Sozialkontakte. Bei Menschen mit Depression berichtet sogar jede*r Zweite vom Gefühl großer Einsamkeit. Gründe dafür liegen im krankheitsbedingten sozialen Rückzug. Aber selbst bei zahlreichen Sozialkontakten geht die Erkrankung mit dem Gefühl des Abgeschnittenseins und der völligen Isolation einher. Ein Großteil der Betroffenen erfährt aus dem persönlichen Umfeld Unterstützung bei der Bewältigung der Depression. Das zeigt das 7. Deutschland-Barometer Depression der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention. Die Befragung untersucht jährlich Einstellungen und Erfahrungen zur Depression in der erwachsenen Bevölkerung. Befragt wurde im September 2023 ein repräsentativer Bevölkerungsquerschnitt aus 5.196 Personen zwischen 18 und 69 Jahren.

Menschen in der Depression fühlen sich einsamer 25% der Bundesbürger Depression kann jeden treffen fühlen sich sehr einsam 53% der Menschen, die gerade an einer Depression erkrankt sind, fühlen sich sehr einsam 86% glauben, dass heute mehr Menschen einsam sind als vor 10 Jahren Deutschland-Barometer Depression-Studie der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suicidprävention, gefördert von der Deutsche Bahn Stiftung Befragte Bevölkerung (N-5.196), Betroffene mit medizinischer Diagnose in einer depressiven Phase (N-276), Illustration Adobe Stock, Kamila Ba

Jede*r vierte Bundesbürger*in fühlt sich sehr einsam

25 % der erwachsenen Bevölkerung berichten, sich sehr einsam zu fühlen. Dieses subjektive Erleben ist zu einem großen Teil unabhängig von der tatsächlichen Zahl der Sozialkontakte. Deutlich wird dies besonders bei älteren Menschen: 40 % der Älteren (60-69 Jahre) geben an, nur wenige Sozialkontakte (0 bis 4 Sozialkontakte an einem durchschnittlichen Wochentag) zu haben. Bei den Jüngeren (18-59 Jahre) fällt der Anteil der Befragten mit so wenigen Sozialkontakten mit 22 % deutlich geringer aus. Trotz der geringeren Zahl an Sozialkontakten berichten ältere Menschen seltener, sich sehr einsam zu fühlen (21% der Älteren versus 26 % der Jüngeren). Insgesamt haben 86% aller befragten Bundesbürger*innen das Gefühl, dass heute mehr Menschen einsam sind als vor 10 Jahren.

Menschen mit Depression fühlen sich doppelt so häufig einsam

Besonders eng verknüpft ist das Gefühl der Einsamkeit mit der Erkrankung Depression. Bei Menschen, die gerade an Depression erkrankt sind, geben doppelt so viele wie in der Allgemeinbevölkerung an, sich sehr einsam zu fühlen (53% der depressiv Erkrankten versus 25 % in der Allgemeinbevölkerung). Ein Großteil der Erkrankten (84%) beschreibt auch das Gefühl, in der Depression wie abgetrennt von der Umwelt zu sein.

In einer depressiven Krankheitsphase berichten mehr als die Hälfte der Betroffenen (58%) nur sehr wenige Sozialkontakte (0 bis 4 Sozialkontakte an einem durchschnittlichen Wochentag) zu haben, in der Gesamtbevölkerung sind es nur halb so viele (26 %). Dies ist jedoch keine Erklärung für das Gefühl tiefer Einsamkeit in der Depression, denn auch depressiv Erkrankte mit guten Sozialkontakten (mehr als 4 Sozialkontakte/Tag) berichten deutlich häufiger, sich sehr einsam zu fühlen (43% der Depressionspatienten versus 21% in der Gesamtbevölkerung). Sogar im Kreise der Familie oder Freund*innen haben viele Menschen in der depressiven Krankheitsphase das quälende Gefühl, von Umwelt und Mitmenschen abgeschnitten zu sein. Sie fühlen sich isoliert wie hinter einer Milchglasscheibe und können bei schweren Depressionen keine Liebe oder Verbundenheit empfinden, erklärt Prof. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention. Die geringere Zahl der Sozialkontakte in der Depression sind oft eine Folge des sozialen Rückzugs, über den 82 % der betroffenen Befragten berichten. Als Gründe dafür werden Kraftlosigkeit/Erschöpfung (89%), Sehnsucht nach Ruhe (85%) und das Gefühl, eine Belastung für andere zu sein (68%), angegeben. Zudem berichteten bereits im Deutschland-Barometer 2018 23% aller Befragten mit Depression, dass im Zuge der Erkrankung die Beziehung in die Brüche gegangen sei.

Depressiv Erkrankten wird empfohlen, sich bei Ihren Hausärztlichen Versorger*innen, Psychiater*innen oder Psychologischen Psychotherapeut*innen behandeln zu lassen. Nach dem Abklingen der Depression kehren Lust und Energie wieder zurück, um soziale Kontakte zu pflegen. Auch Nähe und Zuneigung können dann wieder empfunden werden. Wichtige Behandlungssäulen der Depression sind Psychotherapie und bei schweren Verläufen auch Antidepressiva. Darüber hinaus bieten Selbsthilfegruppen oder der virtuelle Austausch z.B. unter www.diskussionsforum-depression.de gute Unterstützung, weil der Austausch unter gleichsam Betroffenen aufzeigt, dass niemand mit der Erkrankung alleine sein muss.

Depression führt zu Rückzug und Gefühl der Einsamkeit 82 % der Menschen mit Depression ziehen sich während der Erkrankung von anderen Menschen zurück Gründe für den Rückzug: Kraftlosigkeit/Erschöpfung Depression kann jeden treffen 89 % 85% Sehnsucht nach Ruhe 68% Gefühl, eine Belastung für andere zu sein Deutschland-Barometer Depression-Studie der Stiftung Deutsche Depresiorchilfe und Suicidprävention, gefördert von der Deutsche Bahn Stiftung Betroffene mit mediainischer Diagnose (N-1.256), Illustration Adobe Stock, Kamis Ba

Freund*innen und Familie wichtige Hilfe für Menschen mit Depression

Trotz der empfundenen Einsamkeit gibt ein Großteil (82%) der Erkrankten an, Unterstützung bei der Bewältigung der Depression im privaten Umfeld zu bekommen. Freund*innen und Angehörige geben erkrankten Menschen vor allem das Gefühl, nicht alleine zu sein (96%) und hören zu, wenn die Betroffenen jemanden zum Reden brauchen (95%). Darüber hinaus verhindert das Umfeld auch, dass sich eine Person völlig zurückzieht (87%) und ermutigt den Betroffenen, sich professionelle Hilfe zu holen (81%).

Prof. Ulrich Hegerl rät Angehörigen: „Informieren Sie sich über die Erkrankung – denn wer nicht weiß, was eine Depression ist, wird den Rückzug des erkrankten Partners oder Freundes falsch einordnen. Es ist keine Lieblosigkeit, kein „Sich-gehen-lassen“ oder gar böser Wille, sondern Folge der Erkrankung.“ Am besten können Angehörige unterstützen, indem sie einen Termin beim Arzt organisieren und den Betroffenen gegebenenfalls dorthin begleiten. Denn in der Depression fehlen den Betroffenen oft Kraft und Hoffnung, sich Hilfe zu suchen. „Auch zu gemeinsamen Aktivitäten wie z.B. einem Spaziergang können Sie Betroffene einladen. Angehörige sollten aber nicht enttäuscht sein, wenn der Betroffene das nicht schafft. Manchmal ist es aufgrund der Erkrankung einfach nicht möglich, sich aufzuraffen“ so Hegerl weiter.

Freunde und Familie bei Depression wichtige Hilfe 82% der Menschen mit Depression erleben Unterstützung durch Freunde und Familie Davon: 96% haben durch ihr Umfeld das Gefühl, nicht allein zu sein Depression kann jeden treffen 87% ziehen sich dank Freunden und Familie nicht völlig zurück 81% werden von ihnen ermutigt, sich professionelle Hilfe zu suchen Deutschland-Barometer Depression-Studie der Stiftung Deutsche Depresiorchilfe und Suicidprävention, gefördert von der Deutsche Bahn Stiftung Betroffene mit mediainischer Diagnose (N-1.256), llustration Adobe Stock, Kamis Ba

Einsamkeit: Folge und nicht Ursache der Depression

Fast alle Bundesbürger*innen (94%) glauben, Einsamkeit und soziale Isolation sei ein Auslöser der Depression. „Oft wird übersehen, dass Depressionen mehr als eine Reaktion auf schwierige Lebensumstände sind, sondern eine eigenständige Erkrankung. Das Gefühl der Einsamkeit ist ein Symptom der Depression und weniger deren Ursache“ so Hegerl. Hierzu passt, dass die Älteren trotz geringerer Sozialkontakte weniger häufig berichten, sich in einer depressiven Krankheitsphase zu befinden. So gaben 5% der älteren Befragten zwischen 60 und 69 Jahren an, aktuell in einer depressiven Krankheitsphase zu sein, bei den Befragten bis 59 Jahre lag der Anteil der Depression mit 7% höher. „Entscheidend für das Auftreten einer Depression ist die Veranlagung. Diese kann vererbt oder z.B. durch Traumatisierungen in der frühen Kindheit erworben sein“, betont Psychiater Hegerl.  

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„UCSR 2023“ natürlich wieder mit „Laufen gegen Depressionen“

Beim „Ugly Christmas Sweater Run 2023“ am Sonntag, den 10.12.2023, wollte die Selbsthilfegruppe „Laufen gegen Depressionen“ auf keinen Fall fehlen.

Durch die zunehmende öffentliche Aufmerksamkeit für die inklusive* Selbsthilfegruppe erfreut sich die Gruppe stetem Zuwachs. Ihr Ziel ist die eigene psychische Stabilisierung durch Austausch mit gleichsam Betroffenen, Geselligkeit und die Förderung von Ausdauer und Körperbewusstsein. Den Mitgliedern ist ihre Teilnahme an öffentlichkeitswirksamen Laufveranstaltungen wichtig um Vorurteilen und Stereotypen entgegenzuwirken.

Niemand sollte mit dieser Erkrankung allein sein! Weiterhin heißen die Mitglieder Neuzugänge herzlich willkommen. Gerade in der „dunklen Jahreszeit“ erleben Menschen mit Depression häufig eine Zunahme der Symptomatik und der Leidensdruck steigt. Dem kann ein gemeinschaftliches Bewegungsangebot entgegenwirken.

Die Laufgruppe trifft sich jeden Donnerstag ca. 17:30h in Leverkusen-Manfort. Dabei orientieren sich die Mitglieder immer an der langsamsten Person, damit auch in Phasen, in denen die Energie schwindet und Antriebslosigkeit zunimmt, das Gruppentreffen ein fester Termin in der Wochenstruktur sein kann. Außerdem finden Laufanfänger*innen so auch immer einen Einstieg.

Interessierte für die Laufgruppe können sich gerne bei bei der Koordinatorin des Leverkusener Bündnis gegen Depression unter 02173 102 2272 oder 0173 153 1056 oder koordination.leverkusenerbuendnis@lvr.de melden.

*inklusiv beinhaltet, dass sowohl Menschen, die an Depression erkrankt sind oder waren, als auch Angehörige -im weitesten Sinne- ihren Platz in dieser Selbsthilfegruppe haben.

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Interaktive Lesung von und mit Philipp Liese und Schüler*innen des Landrat-Lukas-Gymnasiums

„Ich muss stark sein“ war ein Glaubenssatz* von Philipp Liese, der in einer Phase des Verlusts eines geliebten Menschen eine sehr ungesunde Dynamik entwickelte, indem er ihn daran hinderte zu trauern und um notwendige Hilfe zu bitten…

Am 30.10.2023 fand in der Aula des Landrat-Lukas-Gymnasiums in Leverkusen eine interaktive Lesung mit Philipp Liese, dem Autor des autobiografischen Buchs „Ich muss stark sein“, und Schüler*innen der Psychologie-Leistungskurse statt.

Der Autor beschrieb den 17 – 18 Jährigen, wie er im Alter von 21 Jahren an einer schweren Depression erkrankte und mit Suizidgedanken zu kämpfen hatte. Auslöser war die Krankheit und der Tod einer wichtigen Bezugsperson. Philipp Liese, der heute dankbar ist, dass er sich gegen den Suizid entschied und Hilfe in Anspruch nahm, teilte sehr offen über seinen Therapieprozess und stellte sich gemeinsam mit den Mitgliedern des Leverkusener Bündnis gegen Depression im Anschluss den Fragen der Schüler*innen und Lehrer*innen.

Die achtsame Atmosphäre erlaubte einen sehr offenen Austausch. Die Flyer über Infos zur Erkrankung Depression sowie die speziell auf die Zielgruppe ausgerichteten Angebote des Bündnisses (siehe Flyer!) wurden beim Herausgehen von allen Teilnehmenden für sich selbst und Mitschüler*innen und Freund*innen mitgenommen.

Im Vorfeld waren die Schüler*innen der Psychologie-Leistungskurse von ihren Lehrer*innen durch Infomaterialien der Deutschen Depressionshilfe und Suizidprävention an die Krankheit Depression herangeführt worden, die trotz großer Zunahme der direkten Betroffenheit bei Kindern und Jugendlichen nicht im offiziellen Lehrplan vorgesehen ist. Auch bei der Reflexion unterstützte das Bündnis, u.a. bot die nahegelegene SPZ-Ambulanz am Folgetag eine offene Sprechzeit extra für die Schüler*innen.

* Ein Glaubenssatz ist eine in unserem Unterbewussten verankerte Annahme und eine Vorstellung, die unser Verhalten und unsere Selbstwahrnehmung steuert. Meist entstehen sie in der Kindheit durch die Art, wie Bezugspersonen mit uns agiert haben. Glaubenssätze haben großen Einfluss auf unsere Empfindungen, unsere Interaktionen in Beziehungen, Erfolg oder Schwierigkeiten in unserem Leben, auch unsere Zufriedenheit.

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„Dem schwarzen Hund die Kunst erklären“

ein Kunstprojekt in Kooperation mit der Kunstvermittlung Museum Morsbroich

Am 23.06.2023 startete „Dem schwarzen Hund* die Kunst erklären“, ein Kunstprojekt der Kooperation des Leverkusener Bündnis gegen Depression mit der Kunstvermittlung Museum Morsbroich.
Menschen, die an Depression erkrankt sind, können sich intensiv mit der im Museum ausgestellten Kunst befassen und selbst in den Werkräumen der Kunstvermittlung kreativ werden.

Leitgedanken können dabei sein: Was kann Kunst bewirken? Welche Gefühle verstärkt sie?
Wie lassen sich Gefühle in eigenen Werken ausdrücken?

Gemeinsam mit der Kunstvermittlung wird ein eigenes Vermittlungsprogramm für das Museum entwickelt und dadurch Menschen mit psychischer Erkrankung ein neuer Raum in der Öffentlichkeit geöffnet.

Das Angebot ist kostenfrei! Ein späterer Einstieg ist nach Absprache möglich.

Wo: Museum Morsbroich Leverkusen

Wann: 1x Monat freitags um 15.30 Uhr

Weitere Informationen bei Christiane Wesselhoefft unter 02173 102 2272 oder 0173 153 1056 oder koordination.leverkusenerbuendnis@lvr.de

* „Der schwarze Hund“ gilt unter Betroffenen als Synonym für die Erkrankung Depression. Es ist der Titel des autobiografischen Buchs von Matthew Johnstone.

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„Laufen gegen Depressionen“ wieder beim EVL-Halbmarathon am 18.06.2023

Auch beim diesjährigen EVL-Halbmarathon am 18.06.2023 traten Mitglieder der Selbsthilfegruppe „Laufen gegen Depressionen“ mit Unterstützer*innen der Bündnispartner*innen, dem Gleichstellungsbüro der Stadt Leverkusen und der Frauenberatungsstelle Leverkusen zum 5km TeamRun an. Die Gruppe in einheitlichen weißen T-Shirts mit dem Schriftzug „Laufen gegen Depressionen“ startete zusammen und lief gemeinsam ins Ziel ein.

Es geht immer um Spaß und Gemeinschaft, nicht um Leistung und nicht um Zeiten. So können auch immer Laufanfänger*innen und Menschen mit leichten Handicaps mitmachen. „Niemand bleibt zurück, wir laufen gemeinsam“ ist das Motto.

Mit 18 Teilnehmer*innen wurde die Öffentlichkeit auf die Erkrankung Depression aufmerksam gemacht und gezeigt, dass es gemeinsam sowohl Wege aus der Erkrankung als auch mit der Erkrankung gibt.

Die inklusive (= direkt Betroffene und Angehörige im weitesten Sinne) Selbsthilfegruppe freut sich über Zuwachs. Bei Interesse gerne bei Christiane Wesselhoefft unter 02173 102 2272 oder 0173 153 10 56 oder koordination.leverkusenerbuendnis@lvr.de melden.

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Das Bündnis verabschiedet sich von Peter Helgers

Ende Februar 2023 musste sich das Leverkusener Bündnis gegen Depression von ihrem langjährigen Mitglied Peter Helgers, Einrichtungsleiter der Suchthilfe Leverkusen gGmbH und deren Vertreter im Bündnis, verabschieden. Peter Helgers geht in Rente. Er war seit Beginn der Initiative dabei, wir werden ihn sehr vermissen! Mit ihm gehen jede Menge fachlicher und menschliche Kompetenzen. Wir wünschen alles Gute für den neuen Lebensabschnitt, den er sicherlich mit viel Wohltätigkeit und allerlei Kuriosem gut zu füllen weiß.

Seine Nachfolgerin für die Suchthilfe Leverkusen gGmbH im Bündnis ist Nadja Robertson, die wir hiermit herzlich willkommen heißen!

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Gruppenregeln des Selbsthilfeangebots „Laufen gegen Depressionen“

Wir sind eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depression und Angehörigen (oder Unterstützer*innen), die sich regelmäßig zum gemeinsamen Laufen treffen.

Neuzugänge sind jederzeit herzlich willkommen, denn wir möchten das, was uns die Laufgruppe gibt, weitergeben.

Unser Ziel ist es, uns gegenseitig durch Austausch und gemeinsames Laufen zu unterstützen.

Außerdem wollen wir durch unsere Präsenz bei Sport- Veranstaltungen (z.B. EVL-Halbmarathon, „Ugly Christmas Sweater Run“) auf die Krankheit Depression und das Leverkusener Bündnis gegen Depression aufmerksam machen um mehr Verständnis in der Bevölkerung zu schaffen.

Wer bei uns mitlaufen möchte, sollte sich mit unseren Gruppenregeln einverstanden erklären:

  1. Wir gehen respektvoll und freundlich miteinander um.
  2. Wir orientieren uns an den schwächsten Teilnehmer*innen.
  3. Spaß und Freude am gemeinsamen Laufen stehen an erster Stelle.
  4. Niemand ist verpflichtet an den Lauftreffen und/oder den Veranstaltungen teilzunehmen.

Weitere Infos zur Gruppe: 02173 102 2272 oder koordination.leverkusenerbuendnis@lvr.de

Kontakt für Interessierte: mitlaufzentrale.lev@gmail.com

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„Laufen gegen Depressionen“ beim „Ugly Christmas Sweater Run 2022“

Die Laufgruppe „Laufen gegen Depressionen“ des Leverkusener Bündnis gegen Depression ging wieder an den Start und nahm am 11. Dezember 2022 am „Ugly Christmas Sweater Run 2022“, dem Saisonabschluss aller Läufer*innen teil.

Aus dem Laufprojekt des Leverkusener Bündnis gegen Depression, das am 12. Juni 2022 den 5km TeamRun beim EVL- Halbmarathon absolvierte, hat sich ein regelhaftes Angebot für Menschen mit Depression und anderen psychischen Erkrankungen und Unterstützer*innen etabliert. Die Gruppe trifft sich einmal wöchentlich an der Kurt-Rieß-Sportanlage unter der Stelzenbrücke und ist offen für alle. Auch Menschen, die sich selbst als unsportlich erachten, sind herzlich willkommen.

Die Mitglieder der Laufgruppe möchten, neben der eigenen psychischen Stabilisierung und Förderung von Ausdauer, Körperbewusstsein und Geselligkeit, auch durch Teilnahme an öffentlichkeitswirksamen Laufveranstaltungen die Öffentlichkeit immer wieder auf die Erkrankung Depression aufmerksam machen und sensibilisieren.

Gerade in der „dunklen Jahreszeit“ und in der Adventzeit, die Weihnachten -dem „Fest der Liebe“-, vorangeht, erleben Menschen mit Depression häufig eine Zunahme der Symptomatik und der Leidensdruck steigt. Dem kann ein gemeinschaftliches Bewegungsangebot entgegenwirken.

Interessierte für die Laufgruppe können sich bei bei der Koordinatorin des Leverkusener Bündnis gegen Depression,

Christiane Wesselhoefft, unter 02173 102 2272 oder koordination.leverkusenerbuendnis@lvr.de oder mitlaufzentrale.lev@gmail.com melden.

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News Studienergebnisse

Deutschland Barometer Depression 2022 – der lange Weg zur Hilfe

Es vergehen im Schnitt 20 Monate, bis sich Menschen mit einer depressiven Erkrankung Hilfe suchen.

Das zeigt das heute veröffentlichte 6. Deutschland-Barometer Depression der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention. Die Befragung untersucht jährlich Einstellungen und Erfahrungen zur Depression in der erwachsenen Bevölkerung, in diesem Jahr insbesondere die Behandlungssituation. Befragt wurde im September 2022 ein repräsentativer Bevölkerungsquerschnitt aus 5.050 Personen zwischen 18 und 69 Jahren. Die Studie wird gefördert von der Deutsche Bahn Stiftung gGmbH.


Gründe: krankheitsbedingte Antriebslosigkeit, Stigma und Versorgungsengpässe

„Die Depression ist eine schwere, oft auch lebensbedrohliche Erkrankung. Dass ein großer Teil der Betroffenen Monate oder sogar Jahre braucht, um sich Hilfe zu suchen, ist besorgniserregend. Gründe dafür sind die für eine Depression typische Hoffnungslosigkeit und Antriebslosigkeit, aber auch Versorgungsengpässe und die immer noch bestehende Stigmatisierung psychischer Erkrankungen“, erklärt Prof. Ulrich Hegerl, Vorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention / Senckenberg-Professur an der Universität Frankfurt/Main.

Über alle befragten Betroffenen hinweg dauert es durchschnittlich 20 Monate, bis sich Menschen mit Depression Hilfe suchen. Dabei gibt es große Unterschiede: Ein Drittel aller Betroffenen sucht sich sofort Hilfe. Bei 65% hat es hingegen länger gedauert, bis sie professionelle Unterstützung in Anspruch genommen haben – im Schnitt 30 Monate.

Wenn sich die Betroffenen Hilfe suchen, wenden sie sich mehrheitlich zunächst an den Hausarzt (51%). Jeder vierte Patient (25%) geht direkt zum Facharzt und 19% als erstes zum Psychotherapeuten. Heilpraktiker geben nur 0,7% der Befragten mit Depression als erste Anlaufstelle an. In der Befragung berichten die Betroffenen rückblickend jedoch von
wochenlangen Wartezeiten, ehe eine Behandlung beginnen konnte. So gaben die Betroffenen
an, im Schnitt 10 Wochen auf ein Erstgespräch beim Psychotherapeuten gewartet zu haben, bei
Fachärzten im Schnitt 8 Wochen. Durchschnittlich fünf Therapeuten mussten die Betroffenen
nach eigener Erinnerung kontaktieren, ehe sie einen Termin bekamen. „Bei einer so leidvollen
Erkrankung wie der Depression, die zudem mit hoher Suizidgefährdung einhergeht, sind so lange
Wartezeiten nicht akzeptabel“, sagt Hegerl.

Gemäß der Nationalen Versorgungsleitlinie sind Medikamente und/oder Psychotherapie die beiden wichtigsten Behandlungssäulen bei Depression. Von den Befragten, die aktuell erkrankt sind, bekommen 62% Medikamente und 48% Psychotherapie, 35% erhalten eine Kombination aus beidem. Dabei erleben die Betroffenen beides als wirksam: Psychotherapie empfinden 85%
der befragten Depressionspatienten als hilfreich oder eher hilfreich, bei Medikamenten sind es 80%. Selbsthilfegruppen werden von 8% der Betroffenen besucht. Digitale Gesundheitsangebote nutzen bisher nur 7% der an Depression erkrankten Menschen, 26% hatten dagegen noch nichts von digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) gehört. Insgesamt empfanden über zwei Drittel der befragten Menschen mit einer Depression (68%) die leitlinienkonformen und vielen alternativen Behandlungsangebote als „Dschungel“, in dem es schwer sei, einen Überblick zu bekommen. Weitere Aufklärungsarbeit ist deshalb nötig.

9% nutzen alternative, nicht-evidenzbasierte Verfahren wie Homöopathie, Heilsteine oder Darmreinigung und geben dafür jährlich im Schnitt 227 Euro aus. Als Hauptgrund wird ,selbst etwas zu der Behandlung beitragen zu wollen (57%), aber auch lange Wartezeiten auf einen Psychotherapieplatz oder Zweifel an der Schulmedizin spielen eine Rolle (je 19%).
Insgesamt ist den Befragten wichtig, dass es für den gewählten Behandlungsweg wissenschaftliche Wirksamkeitsbelege (Evidenz) gibt. So gaben 78% der Befragten mit Depression an, dass ihnen wissenschaftliche Wirksamkeitsbelege bei der Wahl der Behandlung wichtig seien. „Es gibt einen großen Markt an Verfahren, die große Versprechen zur Genesung machen und viel Geld kosten. Ich kann Patienten nur empfehlen, sich in den Nationalen Versorgungsleitlinien Depression zu informieren. Dort sind alle Verfahren, di e ausreichende wissenschaftliche
Wirksamkeitsbelege haben, aufgeführt. Die Behandlung mit diesen Verfahren wird in den allermeisten Fällen von den Krankenkassen getragen“ so Ulrich Hegerl. Mehr zur Nationalen Versorgungsleitlinie Depression unter: www.leitlinien.de/themen/depression

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„Was brauchen wir voneinander – Menschen mit Depression und Angehörige im Dialog“

Talkrunde mit Live- Musik von Kate Rena im Probierwerk Leverkusen

Mit „Was brauchen wir voneinander (…)“ brachte das Leverkusener Bündnis gegen Depression am Montag, den 29.08.2022, ab 18h Menschen mit Depression und Angehörige in den offenen Austausch. Umrahmt wurde die Talkrunde in der Lounge des Probierwerks Leverkusen mit Live- Musik der Singer- und Songwriterin Kate Rena („The Hardest“) aus Düsseldorf.

Viele Angehörige von Menschen, die an Depression erkrankt sind, wollen ihre Liebsten, ihre Freund*innen, Nachbar*innen, Arbeitskolleg*innen unterstützen. Sie wollen helfen und trauen sich nicht, ihre Sorgen und Ängste, aber auch ihre eigenen Bedürfnisse offen anzusprechen. Den erkrankten Menschen ergeht es oft genauso. Sie haben die Sorge, ihre Angehörigen mehr zu belasten, oder sie vor den Kopf zu stoßen. Durch die so entstehenden Tabus werden die Unsicherheiten verstärkt. Mit einem offenen Austausch durch Stellvertreter*innen beider Seiten konnte das Leverkusener Bündnis gegen Depression bestehende Vorurteile, Berührungsängste und Unsicherheiten zwischen direkt und indirekt Betroffenen sichtbar werden lassen und ein Plädoyer für mehr Offenheit in der Kommunikation halten.